Man sollte sie nicht
nur besuchen, die Terre di Bellinzona e dell'Alto Ticino. Sie sind vielmehr Schritt für Schritt aufmerksam, mit wachem Sinn zu entdecken. Die Leventina und das obere Tessin erschliessen sich dem heutigen Reisenden nur, wenn er staunt über die gewundenen Täler, die in den Himmel ragenden berühmten Gipfel, die grüne Ebene, von einem Fluss geformt, der manchmal ein Tiger in einem glänzendenKäfig zu sein scheint. Es sind kleine Schreine der Schönheit, die nur von Menschen aufgeschlossen werden können, die den Schlüssel dazu finden, indem sie den Duft der Erde einatmen. Ein Land der Tradition, in dem die Geschichte greifbar ist,wenn man sie nur berühren möchte. Ein Land, das sich von einer erquickenden Stille nährt, aber auch launenhaft und durchaus fähig, aus der Dynamik der Baustellen der Hochgeschwindigkeit neue Kräfte zu schöpfen. Ein Land, das zu ernsthaft ist,um von einer überspitzten wissenschaftlichen Forschung abgelenkt zu werden, aber auch ein lärmendes Land, wenn es sich hinter der Maske eines hundertjährigen städtischen Karnevals versteckt oder mit kindlicher Freude einem festlichen Ambrosianischen Karneval hinterher rennt. Ein Land mit fest gefügtem Ablauf der Jahreszeiten, mit Wanderungen auf tausendjährigen Wegen,Abfahrten auf schneeweissen Hängen, zwischen dem Frühlingserwachen und der grosszügigen, sonnigen Natur des goldenen Herbstes. Ein Land zum Geniessen, wenn man um fest gefügte Holztische sitzt, im Schatten hundertjähriger Kastanienbäume, von Gastgebern verwöhnt, die in den charakteristischen steinigen Grotti mit beinahe scheuer Zurückhaltung volkstümliche Gerichte auftischen.Doch es ist auch ein edles Land, mit einer Gastronomie der raffinierten Genüsse. Ein Land, das sich an tausend Bächen labt, mit Weinbergen an sanften Hängen, die einen Tropfen hergeben, der als wertvoller Wein in den Kellereien schlummert.So sind sie, die Terre di Bellinzona e dell'Alto Ticino.Wer hier Wurzeln schlägt, wird mit dem Leben versöhnt.
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